Leidenschaft für das Grüne — gepflegt seit 1988
„Brassica oleracea var. italica"
Unser Vereinsemblem — frisch vom Weinberg in Windesheim gepflückt. Was für andere eine Gemüsepflanze ist, ist für uns ein Symbol: für Freundschaft, die wächst, für Geselligkeit mit Tiefgang und für die Freude am Guten im Leben.
Gründungsversammlung · 1. April 2026 · Windesheim
Frühjahr 2026, Windesheim — der Moment, in dem aus Freunden ein Verein wurde
Unsere Geschichte
Es beginnt schlicht: Vier Freunde beschließen, sich mindestens einmal im Jahr zusammenzufinden, um gemeinsam zu genießen, zu verkosten und zu fachsimpeln. Kein Protokoll, kein Vereinsregister — nur die stille Übereinkunft, dass manche Leidenschaften zu kostbar sind, um sie dem Alltag zu überlassen. Was damals wie eine Selbstverständlichkeit wirkte, erweist sich im Laufe der Jahrzehnte als bemerkenswert beständige Tradition.
Mit den Jahren wächst nicht nur das Wissen über Anbau und Reife — auch der Kreis der Gleichgesinnten erweitert sich. 2015 sind es bereits sechs Freunde, die dem festen Jahresrhythmus folgen. Neue Perspektiven, neue Lieblingssorten, neue Ideen: die Runde gewinnt an Tiefe und Breite, ohne je ihre unkomplizierte Herzlichkeit zu verlieren.
Wieder einige Jahre später ist der Freundeskreis auf die stattliche Zahl von acht angewachsen. Acht Menschen mit acht Meinungen, acht Gaumen und einer gemeinsamen Überzeugung: dass echte Qualität Zeit braucht — und gute Gesellschaft den Genuss erst vollkommen macht.
Beim ersten Treffen des Jahres 2026, einem strahlenden Frühjahrsabend in Windesheim, reifte eine Idee, die längst in der Luft lag: Was nicht mehr nur acht Freunde betrifft, verdient eine Form — und eine Öffentlichkeit. Die Brokkoli-Freunde Heessen & Windesheim werden ins Leben gerufen. 38 Jahre nach dem ersten Treffen. Es war höchste Zeit.
Sammy begleitet die Brokkoli-Freunde mit unerschütterlicher Treue und bemerkenswertem Sachverstand. Ob sie die Sorten wirklich zu beurteilen vermag, bleibt ihr Geheimnis — ihr Urteil ist jedoch stets unmissverständlich.
Vier Paare — eine Leidenschaft
Wer wir sind
Vier Paare, zwei Heimatstädte, eine Leidenschaft. Jedes Mitglied bringt seine eigene Expertise mit — und alle bringen vor allem eines: echte Begeisterung für das grüne Wundergemüse und die Geselligkeit, die es begleitet.
Heinrich gilt als unser unbestrittener Experte für späte Sorten — seine Geduld beim Warten auf den richtigen Reifemoment ist legendär. Christiane verfügt über ein außergewöhnlich feines Gespür für Aromanuancen und sorgt regelmäßig dafür, dass Qualitätsunterschiede benannt werden, die andere noch nicht einmal ahnen.
Kirsten bringt fundiertes Wissen über Bodenkunde und Standortfaktoren mit — sie weiß als Erste, warum ein bestimmter Jahrgang so geworden ist, wie er ist. Erich führt akribisch das Vereinsarchiv: jedes Treffen, jede Verkostung, jeder Jahrgang sorgfältig dokumentiert. Ein unverzichtbares institutionelles Gedächtnis.
Norbert ist unser Mann für die Technik der Lagerung und Reifung — seine präzisen Temperaturvorstellungen sind mittlerweile Vereinsdogma. Claudia verantwortet die kulinarische Rahmung unserer Abende: Die Speisen, die unsere Verkostungen begleiten, sind stets so gewählt, dass sie die Aromen der Hauptdarsteller optimal zur Geltung bringen.
Beatrix bereichert den Verein mit ihrer Kenntnis internationaler Sorten und vergleichender Sortenkunde — ihr Horizont reicht weit über das Vereinsgebiet hinaus. Joachim kümmert sich als Webmaster um den digitalen Auftritt der Brokkoli-Freunde und sorgt dafür, dass die Welt von unserer Leidenschaft erfährt.
Christiane, Kirsten, Claudia und Beatrix — die Damen der Brokkoli-Freunde bei der Frühjahrstour 2026 in Windesheim
Auf einen Blick
Spezialist für späte Sorten
Expertin für Aromaprofil
Fachfrau für Bodenkunde · Co-Webmasterin
Jahrgangsarchiv & Dokumentation
Kellertechnik & Reifung
Kulinarische Begleitung
Internationale Sortenkunde
Webmaster
Sortenkunde
Die Charaktereigenschaften eines Brokkoli-Jahrgangs hängen maßgeblich von Sorte, Terroir und Reifegrad ab. Wir haben uns auf drei Hauptgruppen spezialisiert, die im Vereinsgebiet besonders gut gedeihen und unterschiedliche Geschmacksprofile hervorbringen.
Die Dunkelsorte begeistert mit ihrer tiefen, fast purpurnen Pigmentierung und einem ausgeprägten, erdigen Charakter. Im Abgang zeigen sich würzige Noten, die hervorragend mit kräftigem Käse harmonieren.
Die hellgrüne Varietät überzeugt durch ihre elegante Frische und feine Mineralität. Zarte Zitrusnoten und eine lebhafte Säurestruktur machen sie zum idealen Begleiter leichter Sommerabende.
Die rosafarbene Varietät verbindet die Frische der hellen Sorten mit der Tiefe der dunklen — ein Balanceakt, der in guten Jahren zu außerordentlichen Ergebnissen führt.
Herkunft & Terroir
Unser Vereinsgebiet erstreckt sich über zwei Regionen mit völlig unterschiedlichem Charakter: das westfälische Heessen bei Hamm mit seinen schweren, mineralreichen Böden und mildem Kleinklima, sowie das rheinhessische Windesheim am Nordrand des Naheberglandes — einer der traditionsreichsten Anbauregionen Deutschlands.
Das Nahegebiet um Windesheim ist geprägt von tiefen, wärmeabsorbierenden Schieferböden, langen Sonnenstunden und einer geschützten Tallage, die besonders günstige Reifebedingungen schafft. Die hiesigen Produkte entwickeln eine charakteristische Mineralität, die Kenner sofort erkennen.
Heessen hingegen steht für die nördliche Tradition: geduldige Reife, subtile Aromen, zurückhaltende Eleganz — die erst auf den zweiten Blick ihre volle Tiefe offenbart.
Tradition & Gemeinschaft
Unsere beiden Heimatstädte pflegen ein reiches Brauchtum. Wir sehen uns als Teil dieser Tradition — das gemeinschaftliche Erleben von Festen und Jahreszeiten gehört für uns ebenso dazu wie die sachkundige Beschäftigung mit unserem Gemüse.
Das traditionsreiche Heessener Schützenfest verbindet die Dorfgemeinschaft seit Generationen. Umzug, Königsproklamation und das gesellige Beisammensein auf dem Festplatz — ein Höhepunkt des westfälischen Brauchtums, dem auch unsere Mitglieder gerne beiwohnen.
Das Windesheimer Weinfest lockt jedes Jahr Besucher aus der ganzen Region. Die Winzer präsentieren ihre neuesten Jahrgänge — für uns ein willkommener Anlass, die Anbauregion unserer Lieblingspflanzen hautnah zu erleben und fachkundige Gespräche zu führen.
Die gesamte Nahe-Region feiert im Herbst die Ernte mit Lesefesten in Bad Kreuznach, Bretzenheim und den umliegenden Gemeinden. Die festliche Atmosphäre zwischen herbstlichen Feldern und beleuchteten Dorfplätzen ist jedes Jahr unvergesslich.
Das Aufstellen des Maibaums gehört in Heessen zu den liebgewonnenen Frühjahrsritualen. Danach versammelt man sich — natürlich mit einem frisch Ausgeschenkten in der Hand — und begrüßt gemeinsam den Beginn der neuen Wachstumsperiode.
Der Martinszug durch die Gassen Windesheims gehört zu den stimmungsvollsten Abenden des Jahres. Laternen, Posaunen und der Duft aus den Kellern — für uns die ideale Gelegenheit, Tradition und Leidenschaft zu vereinen.
Im Dezember beschließen wir das Vereinsjahr mit unserem festlichen Jahresabschluss-Treffen. Kerzen, gute Gesellschaft, ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment aus dem Jahreskeller — und die Vorfreude auf das kommende Anbaujahr.
Vereinsleben
Wir eröffnen das neue Vereinsjahr mit einem ersten Treffen, bei dem wir die Ergebnisse des vergangenen Jahrgangs abschließend bewerten und besprechen, welche Sorten im neuen Jahr im Vordergrund stehen sollen.
Im Frühjahr reisen wir gemeinsam in die Region Windesheim. Wir besuchen befreundete Betriebe, begehen die Felder und beobachten den Stand der frühen Triebe. Anschließend findet eine erste Verkostung der noch jungen Jahrgänge statt.
Das Herzstück unseres Vereinsjahres: An einem langen Sommerabend verkosten wir mehrere Jahrgänge im direkten Vergleich — die sogenannte "Vertikale". Jede Probe wird sorgfältig bewertet, protokolliert und diskutiert.
Zum Abschluss feiern wir gemeinsam die Ernte — mit einem festlichen Mahl, einer Sonderverkostung des Jahrgangs und der ordentlichen Jahreshauptversammlung. Jahresbericht, Kassenbericht und Planung des Folgejahres werden beschlossen.
Kulinarik
Ein gutes Produkt verdient eine würdige Zubereitung. Diese Rezepte entstammen unseren gemeinsamen Küchenabenden. Besondere Aufmerksamkeit verdient stets die Begleitflüssigkeit — hier empfehlen wir, auf Qualität zu achten.
Zartes, langsam in Butter geschwenktes Gemüse mit karamellisierten Zwiebeln und einem Hauch Muskat. Die Sauce wird mit einem trockenen, mineralischen Weißen abgelöscht und auf die Hälfte reduziert.
Dazu empfehlen wir ein kühles Glas eines gut gereiften Romanesco Bianco — Mineralität der Sauce und des Begleiters harmonieren vollkommen.
Eine herzhafte Tarte aus Mürbeteig, gefüllt mit dunkler Calabrese-Sorte, würzigem Bergkäse und gerösteten Pinienkernen. Die leicht bittere Note des Gemüses verlangt einen vollmundigen Begleiter mit genügend Struktur.
Hierzu passt ein kräftiger Calabrese Dunkel nach mindestens 18 Monaten geduldiger Lagerung.
Ein leichtes Sommergericht: die rosafarbene Sorte kurz gebraten, auf lauwarmem Ziegenfrischkäse, mit karamellisiertem Honig und frischen Kräutern vollendet.
Ein Klassikerrezept unserer Sommerverkostung — der Begleiter aus dem Vereinskeller ist selbstverständlich ein Muss.
Mitgliedschaft & Kontakt
Wir freuen uns über Anfragen von Gleichgesinnten, die unsere Leidenschaft für das grüne Wundergemüse teilen. Aufnahme in den Verein erfolgt nach persönlichem Gespräch und einer gemeinsamen Verkostung.
Kulturelles Erbe
Brauchtum ist kein Museum. Es ist gelebte Identität — der Versuch einer Gemeinschaft, sich ihrer Herkunft zu versichern und gleichzeitig die Gegenwart zu feiern. In Westfalen und an der Nahe hat es besonders starke Wurzeln.
Brauchtum erfüllt in jeder Gesellschaft eine tiefe psychologische und soziale Funktion: Es stiftet Identität, verbindet Generationen und schafft gemeinsame Erinnerungen. Im ländlichen Westfalen und in den Weinregionen Rheinland-Pfalz' ist es besonders lebendig geblieben — getragen von Vereinen, Familien und einer ausgeprägten Tradition der Gemeinschaftspflege.
Schützenfeste, Erntedankfeiern, Mairituale und Weinfeste folgen dem Jahreskreis der Natur. Sie strukturieren das Jahr, geben Orientierung und schaffen Momente, in denen sich eine Gemeinschaft als solche wahrnimmt. Die Gleichzeitigkeit von Festtracht und Alltagskleidung, von historischem Zeremoniell und moderner Geselligkeit macht den besonderen Reiz dieser Feste aus.
Besonders das westfälische Schützenwesen und das rheinland-pfälzische Weinfestwesen teilen eine strukturelle Gemeinsamkeit: Beide sind organisierte Formen kollektiver Freude, die sich hinter einem sachlichen Zweck — Schießübungen, Weinpräsentation — verbergen. Der eigentliche Kern ist die Geselligkeit, die Stärkung der Gemeinschaft, das Wiedererleben gemeinsamer Geschichte.
Diese doppelte Natur — offizieller Anlass und eigentliche Feier — kennen auch die Brokkoli-Freunde aus eigener Erfahrung.
Die modernen deutschen Schützenvereine verdanken ihre Existenz einem historischen Paradox: Ausgerechnet Napoleon Bonaparte, der Feind, ist ihr indirekter Gründervater. Die Erklärung liegt in den Ereignissen der napoleonischen Ära und ihrer Nachgeschichte.
Das Schützenwesen ist uralt. Seit dem 13. und 14. Jahrhundert organisierten Städte und Gemeinden in ganz Europa Schützengilden — ursprünglich aus militärischer Notwendigkeit. Diese Zünfte des Wehrwesens übten die männliche Bevölkerung im Umgang mit Armbrust und später Feuerwaffe, organisierten Bürgerwehren und pflegten zugleich geselliges Leben. Die erste urkundliche Erwähnung einer Schützengesellschaft in Westfalen stammt aus dem Jahr 1378, als in Dortmund eine „armborstes schutten selschop" bezeugt ist.
Als Napoleon Europa überrannte und in Westfalen ab 1806 das Königreich Westphalen unter seinem Bruder Jérôme errichtete, bedeutete dies das Ende der alten Schützengilden. Die französische Verwaltung betrachtete bewaffnete Bürgervereinigungen mit Misstrauen — ihre militärische Bedeutung wurde überschätzt, ihr Potential zur nationalen Mobilisierung gefürchtet. Vereinsvermögen wurden eingezogen, Aktivitäten verboten.
Die Ironie der Geschichte: Als Napoleon 1811 zur Feier der Geburt seines Sohnes, des Königs von Rom, in allen besetzten Gebieten Volksfeste anordnete, erlaubten die französischen Behörden vielerorts — auch in Westfalen — ausdrücklich das Abhalten von Schützenfesten. Die alte Tradition lebte kurz wieder auf, um anschließend erneut unterdrückt zu werden.
Erst nach den Befreiungskriegen 1813–1815 und dem Wiener Kongress erlebte das Schützenwesen eine Renaissance. Die Mitglieder der frühen Neugründungen entstammten vielfach den Freikorps und Freiwilligenverbänden der Befreiungskriege — Veteranen, die den Zusammenhalt ihrer Kameradschaft in den neuen Vereinen weiterlebten. Zunächst trugen die wiedergeborenen Schützenvereine einen deutlich nationalen und liberalen Impuls — sie waren Teil der Bewegung, die nach Einheit und Verfassung strebte.
Erst im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wandelten sie sich mehr und mehr zu dem, was wir heute kennen: gesellige Vereinigungen, die das Vogelschießen, die Kameradschaft und die lokale Tradition in den Mittelpunkt stellen. Der Schützenverein Heessen wurde 1835 gegründet — in jenem Jahrzehnt, in dem die meisten westfälischen Schützenvereine ihre zweite Gründung erlebten.
Das Weinfest ist die rheinland-pfälzische Entsprechung des westfälischen Schützenfestes: eine institutionalisierte Form der Gemeinschaftsfeier, die sich hinter einem sachlichen Anlass — der Präsentation des neuen Jahrgangs — verbirgt und deren eigentlicher Kern die gesellige Zusammenkunft ist.
In der Nahe-Region, zu der Windesheim gehört, hat das Weinfestwesen eine besondere Tradition. Die Weinbaugemeinden feiern seit Jahrhunderten die Ernte — zunächst als religiöses Erntedankfest, später in der heutigen Form mit Weinkönigin, Umzug und Festbetrieb.
Windesheim hat sein Weinfest nach einer Pause 2014 wiederbelebt — zu Ehren der deutschen Weinkönigin des Jahres, Nadine Poss, die aus dem Ort stammt. Seitdem findet alle zwei Jahre in den Weinbergen ein kulinarisches Fest mit Lichtershow statt.
Schützenfest und Weinfest teilen eine strukturelle Verwandtschaft: Beide entstanden aus realen gesellschaftlichen Notwendigkeiten (Wehrübung, Ernte), beide wurden durch Napoleon unterbrochen oder gestört, beide erlebten im 19. Jahrhundert eine neue Blüte als bürgerliche Vereinsfeste — und beide sind heute vor allem Feste der Gemeinschaft, der Identität und der Freude.
Für die Brokkoli-Freunde, die zwischen Heessen und Windesheim beheimatet sind, liegt es nahe, an beiden Traditionen aktiv teilzuhaben — wenn auch auf ihre eigene, diskrete Art.
Geschichte
Der Name Heessen taucht zum ersten Mal in einer Urkunde Kaiser Ottos II. aus dem Jahr 975 auf — als Hesnon, bezeichnet als Erbgut des Bischofs Ludolf von Osnabrück. Es handelte sich um eine Ansammlung von Bauernhöfen mit einem befestigten Oberhof, der eine Kreuzung zweier wichtiger Handelswege und eine Lippequerung sicherte.
Um 1200 gelangte der Oberhof über eine Heirat der Gräfin Mathilde von Holland an die Grafen von Altena-Isenberg. Die dramatische Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert I. durch Friedrich von Isenberg führte zur Hinrichtung des Täters und zur Zerschlagung seiner Herrschaft — ein Ereignis, das die politische Landkarte Westfalens neu ordnete.
Im Mittelalter gehörte Heessen zum Hochstift Münster, dort dem Amt Wolbeck zugeordnet. Die Zugehörigkeit zum Münsterland prägte Jahrhunderte lang die Identität des Ortes — sichtbar noch heute im Heessener Wappen, das den roten Balken auf Gold als Symbol der Münsterlander Zugehörigkeit trägt.
Unter Napoleon — Heessen gehörte zeitweise zum Großherzogtum Berg und zum Kanton Ahlen im Arrondissement Hamm — begann eine neue Verwaltungsepoche. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde es preußisch und 1816 dem Kreis Beckum eingegliedert.
Das kleine bäuerliche Dorf blieb bis ins frühe 20. Jahrhundert weitgehend unverändert. Dann veränderte die Industrie alles: Bereits ab 1903 erfolgten Probebohrungen nach Kohle. Die Gründung der Zeche Sachsen 1911 und der Beginn der Förderung 1914 ließen die Einwohnerzahl von etwa 3.000 rapide ansteigen. Heessen wurde zur Industriegemeinde.
Am 28. April 1964 erhielt Heessen vom Land Nordrhein-Westfalen den Status einer Stadt im Landkreis Beckum — ein später Ehrentitel, denn bereits ein Jahr später begann die kommunale Neugliederung ihre Konturen zu zeigen.
Am 1. Januar 1975 wurde Heessen im Zuge des Münster-Hamm-Gesetzes zusammen mit Bockum-Hövel, Pelkum, Rhynern und Uentrop in die kreisfreie Stadt Hamm eingemeindet. Hamm wurde damit zur Großstadt mit 172.000 Einwohnern. Heessen ist seither Stadtbezirk — mit eigenem Charakter, eigener Geschichte und einem ausgeprägten Selbstbewusstsein, das bis in die Gegenwart spürbar ist.
Heute zählt der Stadtbezirk rund 25.000 Einwohner auf 24 km² und ist mit Schulen, Kliniken und der berühmten Waldbühne eine der belebtesten Randlagen der Stadt Hamm.
Architektur & Adel
Schloss Heessen ist die bedeutendste Schlossanlage im Bereich der heutigen Stadt Hamm — und der namhafteste Rittersitz weit und breit. Die Anlage liegt an der Lippe und bewahrt die typischen Grundzüge einer westfälischen Wasserburg: Gräften, Oval aus Schloss und Vorburg, ein dreiflügeliges Hauptgebäude aus Backstein über jahrhundertealten Kalksteinmauern.
Der markanteste Bauteil ist ein Turm mit zwei Treppengiebeln, die über 30 Meter in die Höhe ragen. Neogotische Stufengiebel, Wendeltreppen und Erker zeigen Schmuckformen der Renaissance. Vom 15. Jahrhundert bis 1778 bewohnte die Familie von der Recke das Schloss — ihr Wappen (silberner Balken mit drei roten Pfählen in Blau) ziert noch heute das Heessener Stadtteilwappen.
Seit 1957 ist das Schloss Gymnasium und Internat — heute unter dem Namen Schloss Heessen Privates Gymnasium. Das traditionsreiche Kinderschützenfest des Schützenvereins Heessen findet alljährlich im Rosengarten des Schlosses statt.
In den Lippeauen von Hamm-Heessen verbirgt sich ein zweites architektonisches Juwel: das zweiflügelige Wasserschloss Oberwerries. Bereits 1284 wird eine Burg im Lehnsregister der Grafen von Limburg-Styrum erwähnt, die zur Grenzsicherung des Münsterlandes diente.
Ab 1464 gehörte es der Familie von Beverförde, die das Anwesen grundlegend umgestaltete. Die schillerndste Persönlichkeit war Friedrich Christian von Beverförde — genannt „der tolle Werries" — der 1730–1735 nach Plänen des bedeutenden westfälischen Baumeisters Johann Conrad Schlaun den heutigen Marstall errichten ließ.
Nach Jahrzehnten des Verfalls erwarb die Stadt Hamm das Schloss 1942 und ließ es bis 1975 restaurieren. Heute dient es als Bildungs- und Begegnungsstätte und als Veranstaltungsort — ein beliebter Ort für standesamtliche Trauungen in besonderem Ambiente.
Brauchtum & Tradition
Der Brokhof in der früheren Bauerschaft Broke wurde erstmals 1300 urkundlich erwähnt und gehörte zum Oberhof Heessen — dem heutigen Schloss. Nachdem der Hof 1805 durch ein Feuer abbrannte, wurde er am 19. August 1806 neu gegründet und als Münsterländer Hallenhaus wiederaufgebaut.
Im Herbst 1933 verkaufte Friedrich Brockmann, langjähriger Ortsvorsteher und Nachfahre einer seit über 600 Jahren ansässigen Familie, den Hof an die Gemeinde Heessen. Auf dem Grund des Brokhofes mit seinem Appelhoff, den Viehweiden und den Fischkuhlen entstand das neue Heessener Zentrum. Heute ist der Brokhof ein beliebter Veranstaltungsort — unter anderem für Veranstaltungen des Schützenvereins.
Gegründet 1835 — zwanzig Jahre nach dem Wiener Kongress und in dem Jahrzehnt, in dem das westfälische Schützenwesen nach napoleonischer Unterbrechung seine zweite Blüte erlebte — ist der Schützenverein Heessen eine der ältesten lebendigen Institutionen des Stadtbezirks.
Das alljährliche Schützenfest ist der Höhepunkt des Heessener Vereinslebens: vier Tage lang, mit Vogelschießen, Königsproklamation, Umzug und Festbetrieb. Seit über 100 Jahren findet das Vogelschießen an Fronleichnam im Heessener Wald statt.
Das Kinderschützenfest im Rosengarten von Schloss Heessen ist eine eigene Tradition — hier wird alljährlich ein Kinderkönigspaar gekürt. Das alle drei Jahre stattfindende Kaiserschießen mit ehemaligen Königen ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Vereins.
Regionale Einbettung
Die Geschichte Heessens ist untrennbar mit der Entstehung der Stadt Hamm verbunden. Im 13. Jahrhundert lagen im Bereich des heutigen Stadtgebietes zwei rivalisierende Mächte: Im Osten die Burg Mark mit Graf Adolf I. von der Mark, im Westen die Stadt Nienbrügge unter Friedrich von Altena-Isenburg. Als Friedrich wegen der Beteiligung an der Ermordung des Kölner Erzbischofs 1225 hingerichtet und Nienbrügge zerstört wurde, sprach man dessen Gebiet seinem Cousin Adolf von der Mark zu.
Am 1. Mai 1226 verlieh Graf Adolf I. von der Mark der neu gegründeten Stadt Hamm das Stadtrecht und das Recht der Stadtbefestigung. Die Bürger des zerstörten Nienbrügge wurden zur Neugründung eingeladen — Hamm entstand als Planstadt im Übergangsbereich zwischen Sauerland und Münsterland, zwischen der Grafschaft Mark und dem Hochstift Münster.
Die Nordenfeldmark — jenes Gebiet nördlich der Lippe zwischen Geinegge und Heessen, das 1243 der Grafschaft Mark zugesprochen wurde — bildete die historische Verbindung zwischen der Stadtgründung Hamms und dem Heessener Raum. Das Hochstift Münster und die Grafschaft Mark waren die prägenden Kräfte dieser Region, bis Preußen 1815 alles neu ordnete.
Etymologie
Der Ortsnamensforscher Kaufmann leitet den Namen aus dem Fränkischen ab: „das Heim eines Franken namens Windin". Demnach wäre Windesheim eine der typischen fränkischen Siedlungsgründungen, die durch den Familiennamen des Gründers gekennzeichnet wurden — ein überaus häufiges Muster im frühmittelalterlichen Rheinland.
Der Keltenforscher König sieht den Ursprung im Keltischen: Die Urform „Windon-issa" bedeutet demnach die Besitzungen eines Kelten namens „Windonis". Diese Deutung wird gestützt durch archäologische Befunde: Keltische Körperbestattungsgräber und Wehranlagen auf dem Römerberg bezeugen eine Besiedlung des Gebietes lange vor der fränkischen Landnahme.
Unabhängig von der Namensdeutung ist die lange Besiedlungsgeschichte gesichert: Römer wohnten im Bereich des heutigen Windesheim vermutlich vom 1. bis 4. Jahrhundert. Bei Bauarbeiten im Neubaugebiet „Im Setzling" stieß man auf Mauerwerk römischen Ursprungs; unmittelbar neben der Ortslage befinden sich Grundmauern eines größeren römischen Hauses.
Urkundliche Geschichte
Der Ort Windesheim wurde im Jahr 1019 erstmals urkundlich als Windense erwähnt. Die heutige evangelische Kirche wurde erstmals 1147 urkundlich bezeugt — ein Hinweis darauf, dass der Ort zu diesem Zeitpunkt bereits über eine gefestigte Gemeindestruktur verfügte.
Im Mittelalter gehörte Windesheim zu den kleinen Weinbauorten an der Nahe, die von wechselnden regionalen Mächten beherrscht wurden. Die strategische Lage im Guldenbachtal — einem Seitental der Nahe nördlich von Bad Kreuznach — machte den Ort zu einem Durchgangspunkt zwischen dem Hunsrück und dem Rheintal.
Mit den französischen Revolutionstruppen, die ab 1797 das linke Rheinufer besetzten, begann eine neue Epoche: Windesheim wurde Teil des französischen Kantons Stromberg im Département de Rhin-et-Moselle. Der französische Kalender wurde eingeführt, 1801 wurde Windesheim zur Mairie erhoben — Hauptort eines Verwaltungsbezirks.
Nach dem Wiener Kongress 1814/15 kam die Region zum Königreich Preußen. Die Bürgermeisterei Windesheim wurde 1816 dem neu errichteten Kreis Kreuznach zugeordnet — der kleinsten Bürgermeisterei im Kreis, mit 2.385 Einwohnern. In den Jahren 1836–1843 wanderten 29 Familien mit 100 Personen nach Nordamerika aus — eine zweite Auswanderungswelle folgte 1844–1872.
Im Jahr 2019 feierte Windesheim seine 1000-jährige Ersterwähnung — ein Meilenstein, der die tiefe historische Verwurzelung des Ortes eindrucksvoll dokumentiert.
Wirtschaft & Besonderheiten
Windesheim ist eine Weinbaugemeinde durch und durch. Das Weinbaugebiet Nahe gehört zu den bedeutendsten Deutschlands — geprägt von tiefen Schieferböden, geschützten Tallagen und einem Kleinklima, das besonders elegante, mineralische Weißweine hervorbringt.
Die ortsansässigen Winzer vermarkten ihre Weine international. Die charakteristischen Steillagen rund um Windesheim mit ihrem Blick über das Guldenbachtal und die Nahe-Ebene sind nicht nur wirtschaftliche Grundlage, sondern auch das Landschaftsbild, das Besucher immer wieder anzieht.
Das alle zwei Jahre stattfindende Weinfest in den Weinbergen — mit Lichtershow und kulinarischem Programm — wurde 2014 zu Ehren der deutschen Weinkönigin Nadine Poss aus Windesheim wiederbelebt und ist seither ein Publikumsmagnet.
Weingut Heinrich Gundlach · Windesheim
Weinbautradition seit 1730 · 13 Hektar · Hauptstraße 31
→ Mehr über das Weingut GundlachWindesheim ist Heimat einer der bemerkenswertesten Firmen der deutschen Kulturwirtschaft: der Orgelbau-Werkstätten Oberlinger, die seit 1860 hier ansässig sind. Die Familie Oberlinger beansprucht für sich, die weltweit längste ununterbrochene Orgelbau-Tradition in Familienhand zu führen — die Wurzeln reichen bis 1773 zurück.
Jakob Oberlinger gründete 1860 die Werkstatt in Windesheim, nachdem sein Großvater bereits bei der legendären Hunsrücker Orgelbauerfamilie Stumm gearbeitet hatte. Die Instrumente der Oberlingers stehen heute in Kirchen und Konzertsälen auf allen Kontinenten — von Peking bis Nordamerika.
Unmittelbar neben den Werkstätten befindet sich das Orgel Art Museum — ein einzigartiges Instrument der Kulturvermittlung, das die Sammlung der Familie Oberlinger der Öffentlichkeit zugänglich macht.
Neben Weinbau und Orgelbau verfügt Windesheim über eine Getreidemühle sowie Gastronomie und ein Hotel. Die ehemalige Brauerei Präsidenten Pils (vormals Fuchs-Brauerei) hatte ihren Sitz in Windesheim. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg an und ist über die Nahe-Region verkehrlich gut erschlossen. Der Weinwanderweg Windesheim und der Waldwanderweg „Vitaltour Wald, Wein & Horizonte" machen die Gemeinde auch touristisch attraktiv.
🎉 300 Jahre Weinbautradition im Jahr 2030 — noch 4 Jahre bis zum großen Jubiläum!
Familienbetrieb
Bis 1730 blickt die Weinkultur der Familie Gundlach zurück. Damit ist das Weingut eines der traditionsreichsten Familienbetriebe im Weinanbaugebiet Nahe — und 2030 wird ein ganz besonderes Jahr: das 300-jährige Betriebsjubiläum der Weinbautradition dieser Familie.
In den 1920er Jahren legte Großvater Heinrich Gundlach den Grundstein für den Standort des heutigen Weingutes, damals noch mit Weinbau und Landwirtschaft gemeinsam betrieben. Seit den 1960er Jahren konzentrierte sich Vater Wilhelm Gundlach auf den Weinbau und gab die Liebe zu den Reben an seinen Sohn Heinrich weiter. Heute führt Heinrich Gundlach gemeinsam mit seiner Frau Christiane und ihrem Sohn Matthias das 13 Hektar große Weingut mit viel Herzblut weiter.
300-jähriges Jubiläum
Im Jahr 2030 feiern Heinrich und Christiane Gundlach gemeinsam mit ihrer Familie ein Ereignis, das in der deutschen Weinkultur selten ist: 300 Jahre ununterbrochene Weinbautradition in einer Winzerfamilie aus Windesheim an der Nahe.
Seit 1730 — zu einer Zeit, als Friedrich Wilhelm I. König von Preußen war und das Heilige Römische Reich noch existierte — baut die Familie Gundlach in Windesheim Wein an. Dreißig Jahrzehnte Erfahrung, dreißig Generationen von Weinliebhabern als Kunden, dreißig Jahrgänge von Saukopf, Rosenberg und Guldentaler Hipperich.
Für die Brokkoli-Freunde Heessen & Windesheim ist dieses Jubiläum von besonderer Bedeutung: Christiane Gundlach ist Gründungsmitglied und Vorstand unseres Vereins — das Weingut ihrer Familie ist gewissermaßen die Heimstatt unserer Geselligkeit. Hier kommen wir zusammen, hier fließen die Weine, über die wir reden.
Die Brokkoli-Freunde planen, das Jubiläumsjahr 2030 gemeinsam mit der Familie Gundlach angemessen zu begehen — auf welche Weise auch immer das Vereinsleben es vorsieht.
Das Sortiment
Die Böden der Nahe haben einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität und den Geschmack der Weine. Typisch für die Nahe sind die facettenreichen Bodenarten, die eine Vielfalt an Rebsorten ermöglichen. Die Gundlach-Lagen gehören zu den charakteristischsten der Region.
Riesling · Grauer Burgunder · Weißer Burgunder · Gewürztraminer · Scheurebe · Souvignier Gris · Müller-Thurgau · Rivaner · Bacchus
Rosé-Weine aus den Steillagen rund um Windesheim — frisch, lebendig, elegant. Ideal zu Sommergerichten und geselligen Runden.
Rotweine aus der Nahe sowie Sekt & Secco — für jeden Anlass, jede Stimmung und jeden Gaumen. Auch Traubensaft für die Nicht-Trinker der Runde.
Unsere Verbindung
Christiane Gundlach ist nicht nur Mitinhaberin des Weinguts — sie ist Gründungsmitglied und Vorstandsmitglied der Brokkoli-Freunde Heessen & Windesheim. Die Verbindung zwischen dem Verein und dem Weingut ist damit keine zufällige: Windesheim ist nicht nur der Ort der Vereinsgründung, sondern auch die Heimat der Familie Gundlach und ihrer Weine.
Wenn die Brokkoli-Freunde in Windesheim zusammenkommen — und das tun sie regelmäßig — dann sind die Weine von Gundlach selbstverständlich Begleiter. Die Weinproben des Vereins folgen ganz direkt dem Motto des Weinguts: „Wein: Entdecken – Erleben – Genießen."
🍷 Weingut Gundlach besuchen → weingut-gundlach.deVereinsrecht
Brokkoli-Freunde Heessen & Windesheim · Gründungsversammlung: 1. April 2026 · Windesheim
Hinweis: Diese Satzung wurde von den Gründungsmitgliedern am 1. April 2026 in Windesheim beschlossen. Da die Vereinsgründung als nicht eingetragener Verein (n.e.V.) erfolgt, bedarf sie keiner Eintragung ins Vereinsregister, entfaltet jedoch volle rechtliche Wirkung zwischen den Mitgliedern nach §§ 705 ff. BGB (GbR-Recht i.V.m. Vereinsgewohnheitsrecht).
(1) Der Verein führt den Namen „Brokkoli-Freunde Heessen & Windesheim"
(nachfolgend „Verein").
(2) Der Verein ist ein nicht eingetragener Verein (n.e.V.) im Sinne des § 54 BGB.
(3) Der Verein hat keinen festen Sitz; die Mitglieder sind in Heessen (Hamm, NRW)
und Windesheim (Rheinland-Pfalz) beheimatet.
(4) Der Verein wurde am 1. April 2026 in Windesheim gegründet.
(1) Zweck des Vereins ist die Pflege langjähriger Freundschaft, die Förderung des
geselligen Beisammenseins sowie die gemeinsame Auseinandersetzung mit kulinarischen
und kulturellen Themen — insbesondere dem Anbau und der Verarbeitung von
Brassica-Gewächsen (wissenschaftl. Bezeichnung für Brokkoli und verwandte Arten).
(2) Der Verein verfolgt ausschließlich private und gesellige Zwecke.
Er ist nicht auf wirtschaftlichen Gewinn ausgerichtet und verfolgt
keine gemeinnützigen Ziele im Sinne der §§ 52 ff. AO.
(1) Gründungsmitglieder sind die acht Personen, die an der
Gründungsversammlung vom 1. April 2026 in Windesheim teilgenommen und diese
Satzung durch Unterschrift angenommen haben. Gründungsmitglieder sind
kraft Satzung zugleich Mitglieder des Vorstands (§ 5 Abs. 3).
(2) Ordentliche Mitglieder können natürliche Personen werden,
die dem Verein durch einstimmigen Beschluss aller aktiven Vorstandsmitglieder aufgenommen werden.
Ordentliche Mitglieder haben kein Stimmrecht in Vorstandsangelegenheiten.
(3) Die Mitgliedschaft ist nicht übertragbar und erlischt durch:
(4) Die Mitgliedschaft der Gründungsmitglieder ist lebenslang und endet ausschließlich durch eigene schriftliche Austrittserklärung oder Tod. Ein Ausschluss eines Gründungsmitglieds ist nur durch einstimmigen Beschluss aller übrigen aktiven Vorstandsmitglieder möglich.
(1) Alle Mitglieder haben das Recht, an Vereinsveranstaltungen teilzunehmen.
(2) Gründungsmitglieder haben das Recht, Vereinsveranstaltungen mitzugestalten
und über Grundsatzfragen abzustimmen.
(3) Alle Mitglieder sind zur kollegialen Teilnahme am Vereinsleben und zur
Wahrung des geselligen Charakters des Vereins verpflichtet.
(4) Mitglieder tragen ihre eigenen Kosten (Anreise, Unterkunft). Gemeinsame
Veranstaltungskosten werden nach Beschluss der Gründungsmitglieder aufgeteilt.
(1) Der Vorstand führt die Vereinsgeschäfte und vertritt den Verein
nach außen. Da der Verein nicht eingetragen ist, dient die Vertretung
vorrangig dem internen Rechtsverkehr zwischen den Mitgliedern.
(2) Der Vorstand besteht aus:
(3) Alle Gründungsmitglieder sowie gemäß § 5 Abs. 4 ernannte Mitglieder bilden den Vorstand auf Lebenszeit
(§ 3 Abs. 1 und 4). Eine Abwahl ist nicht möglich; das Vorstandsmandat
endet nur durch Austritt oder Tod.
(4) Scheidet ein Vorstandsmitglied durch Austritt oder Tod aus dem
Vorstand aus, so kann der verbleibende Vorstand durch einfachen Mehrheitsbeschluss
ein neues Vorstandsmitglied ernennen. Das ernannte Mitglied erlangt damit
den vollen Status eines Vorstandsmitglieds einschließlich des lebenslangen
Mandats gemäß § 3 Abs. 4.
(5) Beschlüsse des Vorstands werden mit einfacher Mehrheit gefasst,
soweit diese Satzung nichts anderes bestimmt. Bei Stimmengleichheit
entscheidet die Stimme des Webmasters.
(1) Die Vereinsversammlung findet mindestens einmal jährlich statt,
üblicherweise im Rahmen des turnusmäßigen Jahrestreffens.
(2) Einladungen erfolgen formlos per E-Mail oder Messenger-Dienst
durch den Webmaster, mindestens zwei Wochen vor dem Termin.
(3) Beschlussfähig ist die Versammlung, wenn mindestens der Hälfte der aktiven Vorstandsmitglieder anwesend sind.
(4) Über wesentliche Beschlüsse ist ein kurzes Protokoll anzufertigen,
das allen Mitgliedern zugänglich gemacht wird.
(1) Der Verein erhebt keine regelmäßigen Mitgliedsbeiträge.
(2) Kosten für gemeinsame Veranstaltungen werden unter den teilnehmenden
Mitgliedern aufgeteilt; der Aufteilungsschlüssel wird jeweils vor
der Veranstaltung beschlossen.
(3) Der Verein unterhält kein Vereinskonto. Anfallende Kosten werden
vom Webmaster vorgestreckt und im Anschluss abgerechnet.
(4) Gewinne oder Überschüsse werden nicht ausgeschüttet; ein etwaiges
Guthaben verbleibt zweckgebunden im Verein.
Satzungsänderungen bedürfen der Zustimmung von einer Zwei-Drittel-Mehrheit der aktiven Vorstandsmitglieder. § 3 Abs. 4 (Lebenslanges Vorstandsmandat der Vorstandsmitglieder) kann nur durch einstimmigen Beschluss aller aktiven Vorstandsmitglieder geändert werden.
Die Auflösung des Vereins bedarf der Zustimmung von mindestens einer Drei-Viertel-Mehrheit aller aktiven Vorstandsmitglieder. Bei Auflösung wird ein etwaiges Vereinsvermögen zu gleichen Teilen unter den aktiven Vorstandsmitgliedern aufgeteilt.
Sollten einzelne Bestimmungen dieser Satzung unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, so bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt diejenige wirksame Regelung als vereinbart, die dem Zweck der unwirksamen Regelung am nächsten kommt.
Beschlossen in der Gründungsversammlung am
1. April 2026, Windesheim
Unterzeichnet von allen acht Gründungsmitgliedern (Gründungsvorstand)
Rechtliches
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